AUSSTELLUNG 31.08.-11.09.2020

„AUF DEM DIENSTWEGE“ – Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Diese Ausstellung zeigt erstmalig Dokumente der rassistisch motivierten Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma in Leipzig. Sie geschah schrittweise und öffentlich. Die Erfassung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Polizei und Forschung – dem damaligen "Institut für Rassen und Völkerkunde" der Leipziger Universität.

Nach der Erfassung durften die Aufenthaltsorte nicht mehr verlassen werden, die Kleidung musste mit einem "Z" gekennzeichnet werden. Auf den Entzug der Wohnungen und Arbeitsmöglichkeiten erfolgten Internierungen. Von dort aus wurden die Sinti und Roma später ins KZ bzw. direkt in die Vernichtungslager deportiert. Die massenhafte Beteiligung am Völkermord fand seine Wege über die Gewohnheiten alltäglicher "Pflichterfüllung".

Denunziationen wurden als "Anfragen" oder "Beschwerden" deklariert. Das Vokabular der "Sachbearbeitung" bezeichnete Verwaltungsakte zur Deportation in Vernichtungslager. Die Bereitschaft dazu entstand weder plötzlich noch nahtlos. Sie erwuchs aus vielen Entscheidungen und diese wurden nicht unablässig mit rassistischen Schlagworten kommentiert. Die Ungeheuerlichkeiten offenbaren sich heute in den kleinen Schritten...

Das Material wurde im Auftrag des Bildungswerkes erstmalig recherchiert und dokumentiert. Autorin: Annett Seese, Leipzig

Eine Ausstellung der Weiterdenken - Heinrich Böll Sitftung Sachsen.

Ort: Neues Rathaus, Untere Wandelhalle, Martin-Luther-Ring 4-6

Eintritt frei

Die Ausstellung ist immer Montag-Freitag von 9-18 Uhr geöffnet. 















 
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